Zwölfte Übungsgruppe

Inhalt der Fürbitte - ausgehend von den Nöten des Menschen


Nachdem wir im letzten Brief der Frage nachgegangen waren, welcher Kreis von Menschen mir zur Fürbitte anvertraut ist, wenden wir uns nun der nächsten Frage zu:

Worum darf oder soll ich bitten?

Wir sitzen (oder liegen) ganz still - alles wird ruhig - alles wird locker - und wir versuchen etwas scheinbar Albernes: Wir stellen uns vor, einige Male durch den rechten, dann einige Male durch den linken Arm auszuatmen ... Dabei lassen wir alle Unruhe mit dem Atem hinaus ...


1. Übung




2. Übung

Ich wähle mir ein Bild aus, in dem wir "Nachfolge Christi" geschaut haben, und stelle den Menschen, für den ich beten will, in dieses Bild hinein ...

Ich könnte einen Menschen, für den ich bete, sehen

  • als einen Wanderer hinter dem Bergführer ...
  • als ein Tier im Joch, neben dem das stärkere Tier die eigentliche Last zieht...
  • als einen Lehrling im Atelier des Meisters, der seinen guten Beitrag zum Ganzen leisten möchte und leisten soll...
  • als einen Schauspieler, der er lernen soll, sich ganz in die Rolle seines Vorbildes hineinzuleben ...
  • (ca. 5 Minuten Stille ...)

    Ergebnis:

    Aus diesem Bild kann sich plastisch ergeben, was diesem Menschen nötig ist, worum ich für ihn bitten darf - in der festen Gewißheit, daß solches Gebet erhört wird: "Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun" (Joh 14,13).

    Ich komme gerade aus einer psychiatrischen Klinik, in der eine Frau aus der Gemeinde seit längerer Zeit liegt. Sie ist dort unter Menschen, von denen nur einige noch vernünftig ansprechbar sind. Sie selbst hat seit ihrer Kindheit ihr schweres Leben nur mit Hilfe eines ganz tiefen Glaubens bewältigen können.
    Jetzt steht sie am Ende ihrer Kraft: "Ich kann nicht mehr! Diese Atmosphäre halte ich nicht aus - beten Sie für mich - sagen Sie allen, die mich kennen: Ich brauche verstärkte Fürbitte!"


    3. Übung

    Ich meditere fürbittend einen Menschen, dessen Not mir in letzter Zeit hautnah begegnet ist.

    Der Gang der Meditation kann etwa in folgenden Schritten geschehen:
     

    Ergebnis:

    Zusammenfassung:

    In dieser Weise kann ich für jeden Menschen mit seinen Anliegen beten:

    Solches Gebet wird durch Meditation möglich und kann in die Tiefe der Meditation hineinführen.

    Eine Teilnehmerin äußerte nach dieser Stunde:
    "Ich glaube, über diesen Weg der Fürbitte finde ich einen leichteren Zugang zum Meditieren."

    Noch etwas: Die letzte der Fragen zu Beginn war noch offengeblieben: Wo ist die Grenze der Fürbitte?

    Diese Frage wurde wahrscheinlich durch das Fürbittanliegen jenes psychisch belasteten Menschen hervorgerufen - vielleicht hätte ich ein anderes Beispiel wählen sollen. Aber ich setze die Fürbitte am liebsten dort an, wo sie gerade heute besonders akut ist, und das war hierbei der Fall.

    Erst durch diese Frage wurde mir selbst deutlich, weshalb mir seit Jahren dieser 2. Schritt, die Schau auf Jesus, unerläßlich erscheint: Hier geschieht das Einswerden mit Jesus - und damit die Abschirmung gegen alle Dunkelheiten. Er ist Sieger!


    Material:

    Beispiele für die Fürbitte in der angebotenen Form:


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